Pforzheims Baugrund ist eine geotechnische Herausforderung – und das seit dem Wiederaufbau nach 1945. Die Stadt wuchs nicht nur ins flache Enztal, sondern zog sich mit ihren Hanglagen bis an die Ausläufer des Nordschwarzwalds. Wer heute in der Südweststadt oder in Brötzingen ein Mehrfamilienhaus plant, steht oft auf verwittertem Buntsandstein oder aufgefüllten Tälern der Würm. Die oberflächennahe Erkundung allein reicht hier nicht. Die seismische Standortklasse – und damit die Bauwerkssteifigkeit – hängt direkt von der mittleren Scherwellengeschwindigkeit Vs,30 ab. Unser Team setzt dafür das MASW-Verfahren ein, eine zerstörungsfreie Feldmethode, die in engen innerstädtischen Baulücken genauso funktioniert wie auf weitläufigen Gewerbegrundstücken in der Wilferdinger Höhe. Ergänzend zur reinen Geschwindigkeitsmessung kombinieren wir die Ergebnisse bei tieferen Fragestellungen mit einer Sondierbohrung (SPT), um den Schichtenaufbau punktuell zu kalibrieren und die dynamischen Bodenkennwerte abzusichern.
Der Vs,30-Wert bestimmt in Pforzheim die Erdbebenlast – eine reine geologische Einstufung unterschätzt die weichen Talfüllungen oft um eine halbe Baugrundklasse.



